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Medientheorie und Medienbildung

Ich habe mich in vielen meiner Publikationen mit Medien und dem Medienbegriff auseinandergesetzt, teils mit einem Schwerpunkt auf Medien, teils ohne.

Medien in der Dissertation Antikerezeption im Internet

In meiner Dissertation gebe ich die Definition des Begriffs Medien, an der ich mich in allen meinen Schriften orientiere:

„Als Medien werden hier alle materiellen Mittel verstanden, die dazu dienen, zum Zweck der Kommunikation Information zu übertragen oder zu speichern.“ (Antikerezeption im Internet, S. 55)

Direktlink zu Kapitel 2.4 der Dissertation (PDF)

Die Diskussion darüber, ob diese Definition zu stark an traditionellem, objektoriertiertem Denken verhaftet ist, führe ich an der gleichen Stelle im Anschluss an die Definition.

Kapitel 3 der Dissertation zur Antikerezeption im Internet: Das Internet als Medium

Im Kapitel über das Internet bestimme ich dessen Eigenschaften - natürlich aus der Sicht des Jahres 2012:

  1. Volatilität, d.h. die Tendenz der im Internet zirkulierenden und gespeicherten Daten, verloren zu gehen oder sich zu verschieben
  2. Verflüssigung von Texten und Vorherrschaft der Liste
  3. Das Internet als Verbundmedium und die Formen der Hybridisierung – die Verschmelzung vormals getrennter Medium im Internet
  4. Globalisierung der Medienwelt
  5. Prekäre Rechtslage und tendenzielle Auflösung der Urheberrechte
  6. Dehistorisierung: Ob eine Internetseite Informationen über ihren Entstehungszeitpunkt preisgibt, das liegt im Ermessen des Seitenbetreibers; der Nutzer hat keine Chance, den tatsächlichen Zeitpunkt der Entstehung der Seite zu eruieren.
  7. Monokultur der Suchmaschinen
  8. Prekäre Ökonomie
  9. Das Internet als politisches Medium – im Vergleich zu anderen Medien ist es den Einflüssen des politischen Systems in höherem Maße ausgesetzt.
  10. Das Internet als relativ gewaltnahes Medium
  11. Interaktion und Erleichterung der Partizipation.
  12. Das Internet ermöglicht die anonyme Autorschaft.
  13. Das Internet kennt nur wenige Mechanismen der Informationsverknappung.
  14. Das Internet steht in einer Spannung zwischen Einheit und Zersplitterung

Direktlink zum 3. Kapitel (PDF)

Aufsätze mit dem Schwerpunkt auf Medienbildung

2016: Medienbildung als konstruktive Aneignung von Medienensembles. Vorbemerkungen zu einer Theorie der Medienpädagogik. In: Medienimpulse 54/4/2016, online/DOI: 10.21243/medienimpulse.2016.4.966

Abstract: Die These dieses Aufsatzes lautet, dass im medienpädagogischen Handeln und Kommunizieren Erfahrungen mit dinglich gegebenen Medien verarbeitet und dass dadurch Medienensembles konstruiert werden, also praktisch verfügbare Konfigurationen von Geräten und Gegenständen, unter denen die beteiligten Akteure eine Auswahl treffen können. Der Begriff der Wahl lässt insbesondere einen Anschluss an die Idee einer demokratischen Medienbildung zu. Als erkenntnistheoretische Grundlage wird eine Orientierung an der sinnlichen Erfahrung vorgeschlagen, die gerade in Immanuel Kants "Kritik der reinen Vernunft" als Erkenntnisquelle begründet wird. Dass der Begriff der Medienensembles auch die historische Dimension aufschließen kann, wird am Beispiel des so genannten Neumagener Schulreliefs gezeigt, einem archäologischen Dokument aus der Zeit um 180 n.Chr.

2020: Ist es sinnvoll, die römische Literatur über das Internet zu rezipieren? Affordanzen, Limitationen und die normative Kraft des Faktischen. In: Mitteilunngen. Latein und Griechisch in Baden-Württemberg 48 (1.2020), S. 26 – 34, online auf der Websites des Deutschen Altphilologenverbandes Baden-Württemberg: Downloadseite und direkter Download (PDF)